Kloster Einsiedeln als Ort der Orientierung

Auslandsverband Schweiz CDU-CSU zu Gast bei Bruno Hensler und Abt Urban Federer

Wie können gesellschaftlicher Zusammenhalt und Orientierung in einer zunehmend komplexen und beschleunigten Welt bewahrt werden? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der Auslandsverband Schweiz CDU-CSU bei einem Besuch im Kloster Einsiedeln.

An dem Gespräch nahmen der 1. Vorsitzende und Landessprecher Claus H. Widrig, Generalsekretär Jürgen Rausch sowie Matthias Missler (Medien & Kommunikation) teil. Seitens des Klosters standen Geschäftsführer Bruno Hensler und Abt Urban Federer für den Austausch zur Verfügung.

Im Mittelpunkt des Besuchs stand die Frage, welche Orientierung christliche Institutionen heute in einer pluralen Gesellschaft bieten können. Diskutiert wurden dabei sowohl die Rolle des Klosters als geistlicher und kultureller Ort als auch seine Bedeutung als Bildungsinstitution und gesellschaftlicher Akteur.

Bruno Hensler betonte, dass christliche Prägung nicht auf Symbole oder Traditionen reduziert werden dürfe. Entscheidend sei vielmehr, dass sie sich in Haltung, Verantwortung und einer konsequenten Orientierung am Gemeinwohl ausdrücke. Einen besonderen Stellenwert nimmt dabei die Stiftsschule Einsiedeln ein, die junge Menschen nicht nur fachlich ausbilden, sondern auch in ihrer persönlichen Entwicklung begleiten soll.

Abt Urban Federer beschrieb Rastlosigkeit, Orientierungslosigkeit und zunehmende gesellschaftliche Vereinzelung als prägende Herausforderungen unserer Zeit. Klöster könnten hier Räume der Stille, Begegnung, Reflexion und Hoffnung schaffen. Gerade in einer Welt, die von permanenter Beschleunigung, Digitalisierung und wachsender Komplexität geprägt sei, gewinne die Suche nach Orientierung und Sinn wieder an Bedeutung.

Besonders spannend war eine Aussage von Abt Urban zur Frage der christlichen Werte. Es gebe keine originär christlichen Werte im Sinne eines ausschliesslich christlichen Wertekanons. Werte wie Menschenwürde, Verantwortung, Solidarität oder Nächstenliebe könnten von Menschen unterschiedlichster Überzeugungen geteilt werden. Christlich würden sie durch ihre normative Verankerung im christlichen Menschenbild und die daraus abgeleitete Sicht auf den Menschen.

Im Gespräch wurden zudem die Auswirkungen technologischer Entwicklungen, insbesondere der Künstlichen Intelligenz, auf Gesellschaft und Arbeitswelt erörtert. Dabei zeigte sich, dass viele der grossen Fragen unserer Zeit nicht allein technisch oder wirtschaftlich beantwortet werden können, sondern auch ethische und gesellschaftliche Dimensionen besitzen.

Für den Auslandsverband Schweiz CDU-CSU ergibt sich aus diesem Austausch ein wichtiger Impuls: Die Orientierung am christlichen Menschenbild bleibt auch in einer pluralen Gesellschaft eine relevante Grundlage für gesellschaftliche und politische Verantwortung. Nicht einzelne Werte machen eine Position christlich, sondern die Sicht auf den Menschen, aus der heraus diese Werte begründet und gelebt werden.

Die Begegnung im Kloster Einsiedeln hat eindrücklich gezeigt, wie wichtig der offene Dialog über Orientierung, Verantwortung und gesellschaftlichen Zusammenhalt auch heute für das Gemeinwesen bleibt.

Der Auslandsverband Schweiz CDU-CSU bedankt sich bei Bruno Hensler, Abt Urban Federer und dem gesamten Team des Klosters Einsiedeln für die Gastfreundschaft sowie die offenen und inspirierenden Gespräche.